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Nach den super Klettererlebnissen in Südafrika im Herbst letzten Jahres lautete das Ziel des heurigen herbstlichen Klettertrips mit Marokko wiederum Afrika. Die Wahl fiel also erneut auf den vermeintlich sonnigeren Kontinent südlich von Europa. |
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Nach einer tief winterlichen Fahrt über den Brenner nach Mailand landeten Tassilo und ich in Marrakesch bei Sonnenschein. Die Zeichen standen also tatsächlich auf Sommer und auch das versprochene Taxi das uns über Azilal nach Ahansal Zouiat bringen sollte, wartete in Form von zwei Marokkanern am Flughafen auf uns. Zweimal drei Stunden Autofahren später mit Boxenstop in Azilal zum Mittagessen, bei dem wir gleich alle hygienetechnischen Verhaltensregeln brachen, erreichten wir Zaouiat beim Dunkelwerden und es regnete...oje! |
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Am nächsten Morgen war es zwar noch grau, aber es regnete wenigstens nicht mehr. Der Aufstieg nach Taghia wurde zu Fuß bewältigt, in Begleitung von Mohamed, der nicht nur den Weg kannte, sondern praktischerweise über einen recht tragfähigen Esel verfügte. Die Taschen bei Said in der Gite verstaut war das Nachmittagsprogramm bald gefunden...genau Klettern. Mit "La Zeba 7b+ 250m" kletterten wir gleich einen Klassiker an der Paroi de Sources, jener Wand am Schluchteingang, die in 10 min Gehzeit am schnellsten von Taghia erreicht werden kann. |
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Am Abend servierte Said "Yellow Soup" und "Tajine", das Menü das uns wohl die nächsten Tage begleiten würde und
am Folgetag standen die Zeichen wieder auf Angriff und mit "Les riviéres pourpres 7b+ 550m" stand gleich einer der großen Klassiker am Taoujdad am Speiseplan. Sicher eine der besten Routen der Gegend und ziemlich anhalten. Die Längen gelangen alle auf Anhieb auch wenn wir ein zweites Mal kommen mussten, da es uns an diesem Tag nach der Hälfte heraus geregnet hatte. |
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Der nächste Tag, das Wetter würde sich wieder ähnlich gestalten wie am Vortag, zuerst kalt und grau und dann möglicherweise Regen...who knows, stand im Zeichen von "La Mano del Maroc 7b+ 400m" am Oujdad, der Route von Christoph Hainz und Roger Schali. Die Linie wurde 2005 eröffnet, bietet gefinkelte steile Platten und steile athletische Längen über den Pfeiler im Mittelteil. Leichter Nieselregen beglückte uns zwar schon nach den ersten drei Längen aber im steilen Pfeiler war es egal und für den Schlussteil harrten wir aus. Eine halbe Stunde im Regen sitzen, eine halbe Stunde im Wind die letzte 7b+ Länge trocknen lassen und in der verbleibende Regenfreien Stunde zum Ausstieg. Das Regenfenster wird an diesem 23. Oktober wohl mein Geburtstagsgeschenk gewesen sein. Dafür wurden wir beim Abseilen und dem anschließenden Abstieg dann sauber nass! Halb so wild, die Route konnten wir finishen und Said hat sein Berber Häuschen sicher eingeheizt...oder doch nicht?> |
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Der nächste Tag, ein Ruhetag, soll die Muskeln, auflockern, die Haut wachsen lassen und dem Wetter nach einer verregneten Nacht die Möglichkeit geben, sich ein bisschen zu beruhigen, bis dahin zeigte es sich eher arktisch als afrikanisch. Am Tag darauf standen die Zeichen wieder auf Sturm, doch morgendlicher Regen zog einen Strich durch unsere Rechnung. Gegen 11:00 Uhr, nach Regenstopp starteten wir zu "Bailando con la henna 7c 200m", etwas kürzer, aber ein schöner Pfeiler des Oujdad direkt oberhalb von Taghia. Wieder Wind, wieder kalt, einfach nicht afrikanisch, aber wird schon noch werden. |
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Dann folgten "Les riviéres pourpres" die Zweite und "Au nom de la reforme 6c 270m", ebenfalls eine schöne Route und einer der großem Klassiker rund um Taghia. Am Tag darauf, always on fire kletterten wir die "Baraka 7b 680m", auch beliebt, doch das Wetter zeigte uns schon wieder die linke Arschbacke. Ein T-Shirt weniger, und einen halben Liter mehr zu trinken, den ganzen Tag Sonne, das passt sicher! Den Regen um 10:00 Uhr Vormittag nach Länge 6 beinhaltete der Plan leider nicht, aber "Des is halt ietz amal aso...". Also Plan B, schneller klettern und hoffen, dass der Tourismusverband Taghia den Abstieg vom Oujdad markiert hat. Zum Drüberstreuen gab's nämlich noch, ja genau, eine Nebelsuppe vor der üblichen gelben Suppe. Dann wieder ein Tag Pause zum Wunden lecken und Erholen und auch das Wetter schien sich finally wirklich zu bessern. |
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Am Folgetag in der Früh auf dem Weg zur "L'Axe du mal 7c+ 520m" glänzte der Boden zwar verdächtig kalt und die Finger in den ersten Längen waren entsprechend steif, aber dafür passte der Speed. Langes Warten am Stand war einfach nicht ganz angenehm. Im oberen Wanddrittel der Tadrarate kletterten wir unsere ersten Längen in der Sonne und toppten nach guten 7h und einem perfekten Klettertag am Gipfelplateau aus. Der Abstieg der Wahl war diesmal das Couloir zwischen Oujdad und Taoujdad und klettermäßig rundete die "Canyon Apache 6c+ 350m" am Tag darauf den genialen, aber auch intensiven Klettertrip ab. |
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Am Abend servierte Said ein letztes Mal Tajine diesmal sogar mit Fritten und nach zehn schönen Tagen in Taghia mussten wir dem idyllischen Berberdörfchen leider schon wieder den Rücken kehren. Eine Nacht verbrachten wir wiederum in Zaouiat Ahansal, bevor uns unser Spezialtaxi nach Marrakesch brachte, wo zum Abschied aus Afrika mit den Souks noch mal das volle Kulturprogramm wartete. |
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